Alexandre Dupont de Ligonnès


Nach einem einjährigen Aufenthalt auf dem südfranzösischen Weingut Château de Roquefort kehrte Alexandre Dupont de Ligonnès im Dezember 2014 nach Dresden zurück, wo er einst unweit, in Meißen, seine Ausbildung zum Winzer absolviert hatte, um einen Traum zu verwirklichen: eigene Weinberge bewirtschaften und Weine kreieren. Es waren die Liebe und das abenteuerliche Angebot, Teile des königlichen Weinbergs zu Wachwitz zu übernehmen, die ihn dazu ermutigten, seine perspektivreiche Stellung als rechte Hand von Raimond de Villeneuve, einem Pionier des biodynamischen Weinbaus in der Provence, aufzugeben und anstelle dessen Wein in Sachsen zu produzieren.

Alexandre Dupont de Ligonnès wurde 1982 in Paris geboren, wobei seine Wurzeln weit südlicher im Languedoc liegen, wo seine Familie seit Jahrhunderten ihren Stammsitz hat. Er ist in Bayern aufgewachsen und studierte später ostasiatische Kunstgeschichte in Heidelberg, bevor es ihn der Freundschaft wegen nach Dresden verschlug. Ein Zufall brachte ihn mit dem sächsischen Weinbau in Verbindung. Rasch entschloss er sich, seine vom Schreibtisch dominierten Tätigkeiten links liegen zu lassen, und orientierte sich mit Ende zwanzig völlig um. Ganz so, als wäre das Ziel stets der Weg, erkannte er seine Berufung zum Winzer.

Von heute auf morgen fing er an, voller Enthusiasmus und mit der natürlichen Naivität eines jungen Winzers, 0,6 Hektar Rebfläche in Wachwitz/Dresden zu bewirtschaften und gründete mit der neuen Eigentümerin F. Pomplun eine GbR. Mit viel Engagement und Durchhaltevermögen stellt er sich der Aufgabe, die überwiegend Mitte der Achtzigerjahre in Wachwitz von engagierten Hobbywinzern angelegten Parzellen peu à peu auf Vordermann zu bringen. Kurze Zeit später folgten weitere 0,2 Hektar. Eine ausschliesslich mit roten Sorten bestockte Terrassenlage – sein Soloprojekt in der Radebeuler Niederlößnitz. Seit seiner Rückkehr legt er großen Wert auf die Umstellung zum biologischen Weinbau. Der junge Winzer versucht dabei in den Steillagen sein Bestes, auch wenn er selbstsicher zugibt hier und dort an seine Grenzen zu stoßen und eine gar biodynamische Wirtschaftsweise wohl wissend noch Zukunftsmusik, wenn auch wegweisend für ihn ist.

2016 brachte Alexandre Dupont de Ligonnès mit drei Weißweinen und einem Rotwein seinen ersten Jahrgang ein. Seine Weine baut er nach südfranzösischer Manier terroirbezogen aus und trennt dabei strikt die beiden Weinberglagen. Es gelingt ihm, regional untypische, fast schon provenzalisch anmutende Weine zu kreieren.